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Tuesday, November 12th, 2019

Infografik der Woche: So wird in Konfliktregionen aufgerüstet

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by April 9, 2016 General

Wer gibt am meisten Geld für Rüstung aus? Klar, die USA. Interessanter als die absoluten Zahlen ist allerdings der Abgleich der Ausgaben mit Bevölkerungszahl oder Staatshaushalt.


Geht es um Rüstungsausgaben, dann geht es fast immer auch um die USA: Trotz leicht rückläufiger Tendenz war die Obama-Regierung im vergangenen Jahr für beinahe ein Drittel aller weltweiten Rüstungsausgaben verantwortlich.

Doch es steckt mehr in den Zahlen, die jährlich vom Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri veröffentlicht werden.

  • Wie sieht das weltweite Rüstungs-Ranking aus, wenn man nicht die absoluten Zahlen betrachtet, sondern den Anteil des Militärbudgets am Staatshaushalt oder die Ausgaben pro Staatsbürger?
  • In welchen Ländern haben sich die Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr am stärksten verändert?

Diese Fragen beantwortet die Infografik der Woche von Statista und SPIEGEL ONLINE.



Statista, SPIEGEL ONLINE



Wie unterschiedlich die Gewichtung einzelner Posten in Staatshaushalten ausfallen kann, wird deutlich, wenn man den Anteil des Militärbudgets am Gesamthaushalt im weltweiten Vergleich betrachtet: Während dieser in Deutschland im vergangenen Jahr 2,7 Prozent betrug, gaben Oman, Südsudan und Saudi-Arabien deutlich über ein Viertel ihrer Staatsausgaben für Rüstung aus. Dann folgen Pakistan, Armenien und Singapur. An der Spitze dieser Auflistung stehen damit Staaten aus instabilen und konfliktreichen Regionen.

Betrachtet man die Militärausgaben pro Kopf, so bleiben Saudi-Arabien und Oman auf den vordersten Positionen. Israel, die USA und Norwegen ergänzen die Top 6. Es sind die wirtschaftsstarken Staaten, die sich die größten Rüstungsbudgets pro Einwohner leisten. Auch Deutschland ist bei dieser Auflistung relativ weit vorne zu finden: Die Bundesrepublik liegt mit 482 Dollar pro Einwohner international an 20. Stelle.

Sprunghafte Veränderungen der Rüstungsausgaben finden sich hauptsächlich bei Staaten in Konfliktsituationen. Beispiel Ukraine: In Folge der Krim-Krise erhöhte das Land sein Militärbudget im vergangen Jahr um 65 Prozent. Und auch im Kongo, im Irak und in Kenia kann die Ausgabensteigerung direkt mit aktuellen Konflikten in Verbindung gebracht werden.

In Uruguay stiegen die Ausgaben um 33 Prozent, allerdings unterlag das Rüstungsbudget dort in den letzten Jahren durchgehend größeren Schwankungen und ist insgesamt auf einem recht niedrigem Niveau. Bei den Staaten mit den am stärksten zurückgehenden Rüstungsausgaben handelt es sich hauptsächlich um Länder, die in den vorhergehenden Jahren ihre Ausgaben stark erhöht hatten – und sie nun wieder reduzieren.


Mehr Infografiken der Woche finden Sie auf der Themenseite.

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