Mark Mobius verabschiedet sich

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jsc/sto Frankfurt – Die US-Fondsgesellschaft Franklin Templeton Investments verabschiedet ihren langjährigen Anlagechef für Schwellenländer. Mark Mobius (81), der von Singapur aus die Tochter Templeton Emerging Markets Group leitet, geht zum Ende des Monats in den Ruhestand, teilte das Unternehmen mit. Der bekannte Fondsmanager, Buchautor und Schwellenlandexperte kam 1987 als Präsident zum damaligen Templeton Emerging Markets Fund, ehe die Einheit nach der Übernahme von Templeton unter das Dach der heutigen Franklin Templeton geriet.

Den Ausstieg hat die Gesellschaft bereits seit Jahren vorbereitet. So hatte Mobius im Oktober 2015 die Leitung eines großen Milliardenfonds abgegeben, ehe im April 2016 sein Management-Kollege Stephen Dover die Rolle als Investmentchef der Emerging Markets Group übernahm und schrittweise auch die tägliche Führung der Gruppe. Die eher zögerliche Abnabelung von ihrem einst erfolgreichen Star-Fondsmanager gilt allerdings als einer der Gründe, warum Franklin Templeton seit Jahren die Anleger in Scharen davonlaufen. Seit 2014 hat die schon 1947 gegründete Gesellschaft weltweit mehr als 150 Mrd. Dollar netto an Geldern eingebüßt. Auch Investment-Fehlgriffe des anderen Star-Fondsmanagers, Michael Hasenstab, in den Portfolien der großen Anleihefonds von Franklin Templeton haben den Ruf der Gesellschaft angekratzt. Hinzu kam eine dürftige Performance bei Aktienprodukten.

Ursächlich für das schwache Abschneiden der Aktienprodukte ist der Value-Ansatz des Hauses, der in Zeiten der boomenden Technologietitel nur schwache Renditen einbringt. Denn bei diesem Ansatz setzen Fondsmanager auf unterbewertete Unternehmen, deren Werte sich aber im derzeit boomenden Aktienumfeld nicht so stark entwickeln.

Immerhin in Deutschland scheint die Trendwende geschafft. Hierzulande haben sich die Absatzzahlen nach Abflüssen in den Vorjahren wieder stabilisiert, berichtet Länderchef Reinhard Berben im Gespräch mit der Börsen-Zeitung.

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