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Monday, September 23rd, 2019

Preis schon vor dem Halbfinal-Einzug – Kerber auf bestem Weg

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by October 25, 2016 General

Singapur. Strahlend posierte Angelique Kerber mit dem Ring und der glänzenden Silbertrophäe. Trotz ihres noch nicht sicheren Halbfinal-Einzugs hat Angelique Kerber auch beim Saisonfinale in Singapur schon vor dem Endspiel allen Grund zum Feiern.

Glücklich nahm die zweifache Grand-Slam-Siegerin die Auszeichnung dafür entgegen, dass sie 2016 nach ihrer imposanten Saison als Nummer eins der Tennis-Welt abschließen wird. Auch damit ist sie die erste Deutsche seit Steffi Graf, der das letztmals vor 20 Jahren gelang.

“Ich höre hier nicht auf. Ich versuche jetzt ein paar Jahre so weiterzumachen”, sagte Kerber nach ihrem zweiten erfolgreichen Vorrundenspiel bei den WTA Finals. “Natürlich gibt es noch einige Dinge, die da kommen können.”

Dank des 6:4, 6:2 gegen die Rumänin Simona Halep steht die Wimbledon-Finalistin dicht vor dem WM-Halbfinaleinzug. Gut sechs Wochen nach ihrem Sprung auf Weltranglistenplatz eins und ihrem Triumph bei den US Open wandelt sie auch beim letzten Tennis-Höhepunkt der Saison auf den Spuren ihres Vorbilds Graf.

Den kleinen hellblauen Geschenkkarton hatte Kerber sogleich ausgepackt und den mit Diamanten besetzten Ring von “Tiffany’s” direkt übergestreift. “Passt”, erklärte sie – und lachte. “Der gefällt mir sehr gut. Den werde ich öfter tragen.” Zur Zeremonie im schlichten Pressekonferenz-Raum war die 28-Jährige in Sportklamotten erschienen. Auch Mutter Beata und Trainer Torben Beltz ließen sich den Moment nicht entgehen. Schon nach der Auslosung hatte sich Kerber über einen besonderen Preis gefreut, als sie als Spielerin des Jahres der WTA geehrt worden war.

“Ich fühle mich sehr, sehr gut hier, ich genieße hier jeden Tag”, sagte die Kielerin. Ihren erstmaligen Einzug ins Halbfinale beim Saisonabschluss hat die Olympia-Zweite noch nicht sicher, weil die Slowakin Dominika Cibulkova 1:6, 4:6 gegen Madison Keys aus den USA verlor. Die endgültige Entscheidung über das Weiterkommen fällt damit erst am Donnerstag, wenn Kerber auf Keys trifft.

Gegen die 21-jährige Keys hat die Linkshänderin eine glänzende Bilanz von 5:1. Zuletzt kreuzten sich ihre Wege bei den Olympischen Spielen in Rio. Die norddeutsche Kämpfernatur sah gegen die Top-Ten-Spielerin nicht immer gut aus, räumte mit dem Halbfinal-Erfolg aber Silber ab.

Zwei Tage nach ihrem kraftraubenden Auftritt gegen Cibulkova zeigte die Schleswig-Holsteinerin vor nur rund 2500 Zuschauern gegen Halep eine solide Leistung. Eine kritische Situation überstand sie, als sie mit vollem Risiko einen Breakball zum möglichen 3:5 im ersten Satz abwehrte. “Ich weiß, dass ich nur so die Big Points gewinnen kann. Nur so gewinnt man die großen Matches”, sagte sie.

Beim dritten Matchball zockte Kerber dann mit einer Challenge und musste einen bangen Moment warten, ehe auf der Anzeigetafel Haleps Rückhand im Aus zu sehen war und sie Gewissheit hatte. “Klar ist es komisch, so zu gewinnen. Ich war überhaupt nicht sicher, ob der Ball aus oder drin ist.”

Noch ist Kerber bei ihren vorherigen drei Teilnahmen nie bis ins Halbfinale vorgedrungen. Doch in ihrem herausragenden Jahr 2016 hat sich für die Norddeutsche viel verändert. Als erste Deutsche seit Graf gewann sie Grand-Slam-Turniere. Und mit Druck geht die US-Open-Siegerin inzwischen ganz anders um als noch vor einem Jahr. “Ich weiß, ich gehöre da oben hin”, hatte Kerber gesagt und damit ihr neues Selbstverständnis demonstriert.

Egal, wie die Finals ausgehen, Julia Görges findet die Leistung der Fed-Cup-Kollegin imponierend. “Man hat immer gesagt, es ist nicht möglich, eine Serena Williams im Grand-Slam-Finale zu schlagen. Jetzt hat man gesehen, dass es möglich ist. Und ich glaube, dass es nicht nur die Deutschen motiviert, sondern die ganze Tour”, sagte sie.

Görges mischt neben der zweifachen Grand-Slam-Siegerin als zweite Deutsche in Singapur mit. Im Doppel tritt die 27-Jährige aus Bad Oldesloe gemeinsam mit ihrer tschechischen Partnerin Karolina Pliskova an und trifft im Viertelfinale auf die an eins gesetzten Caroline Garcia und Kristina Mladenovic aus Frankreich.

dpa

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