Skip to Content

Wednesday, December 11th, 2019

Schuleraustausch Lindlar-Suzhou: Schüler spüren altem und neuem China nach

Closed
by November 11, 2016 General

Lindlar –

Als der Flieger in Peking aufsetzt und die Lindlarer aus dem Fenster schauen, sehen sie zunächst nur einige Gebäude im Dunst. „Wir dachten, das wäre Nebel – bis wir beim Atmen merkten, dass es sich Smog handelt“, erzählt ein Schüler. Die Luftverschmutzung in Chinas Hauptstadt sei „krass“ gewesen. An einem Tag lag die Feinstaubbelastung bei 360 Mikrogramm Staub pro Kubikmeter Luft – in Deutschland müssen Kommunen ab 60 Mikrogramm Gegenmaßnahmen einleiten. „An diesem Tag sind wir nur mit Masken herumgelaufen“, sagt Ariane Kramer.

Die Lehrerin am Gymnasium Lindlar begleitete mit ihrem Kollegen Knut Seidl, die 14-köpfige Gruppe mit Schülern der Stufen zehn und elf. Kramer hatte auch den Kontakt hergestellt, denn von 2009 bis 2011 hatte sie in China, an der Souzhou Singapore International School , unterrichtet.

Zwei Wochen waren die 15- bis 17-Jährigen im Reich der Mitte unterwegs. In Peking standen unter anderem die verbotene Stadt, der Sommerpalast und die Große Mauer auf dem Programm. Für viele chinesischen Touristen, die größtenteils aus ländlichen Regionen stammen, sei jedoch die westliche Reisegruppe die eigentliche Sensation gewesen. „Wir wurden als Fotomotiv missbraucht“, sagt Lehrerin Ariane Krämer, halb im Scherz und halb ernst.

Von Peking ging es weiter in die Wirtschaftsmetropole Shanghai. „Die Skyline der Stadt ist fantastisch“, schwärmen die Schüler. Besonders beeindruckend sei der 632 Meter hohe Shanghai-Tower gewesen, von der Besucherplattform auf 550 Metern Höhe habe man einen tollen Ausblick.

In Shanghai, das sehr viel stärker westlich orientiert ist als die Hauptstadt Peking, konnten die Lindlarer ausgiebig shoppen: Klamotten, Technik, und billige, weil gefälschte Markenprodukte – kaum etwas, was es nicht gibt. Nur der ungünstige Umtauschkurs setzte Grenzen. Einen kleinen Schock bekamen die Lindlarer auf einem Markt für Haustiere. Tierschutz ist in China unbekannt, und so wurden Reptilien, Hunde Katzen und Kaninchen gehandelt, die in winzigen Käfigen eingepfercht sind.

In Peking und Shanghai schlief die Gruppe in Hostels, in der dritten und letzten Station der Reise, in der Millionenstadt Suzhou, waren Schüler und Lehrer in Familien untergebracht. „Unsere Gastgeber haben versucht, uns jeden Wunsch von den Augen abzulesen“, erinnern sich die Schüler. Mit den jungen Chinesen, die alle Deutsch lernen, habe die Verständigung auf Deutsch und Englisch gut geklappt, mit den Eltern sei es ein bisschen schwieriger gewesen.

Rund 3000 Schüler besuchen die Suzhou Foreign Language School, mit der das Gymnasium Lindlar eine Partnerschaft pflegt. Morgens beginnt der Schultag mit einem gemeinsamen Fahnenappell, zu dem die Schüler in Reih und Glied aufmarschieren. Der Unterricht selbst sei eher eintönig gewesen und bestünde vor allem aus dem Wiederholen dessen, was der Lehrer gesagt habe. Dafür sei das Lehrangebot breitgefächert, die Lindlarer konnten unter anderem am Unterricht in Kalligraphie, Töpfern, Kochen und Kung-Fu teilnehmen.

Chinesen kommen im Sommer 2017

Nach der Rückkehr teilt sich die Schülergruppe in zwei Lager. „Die Reise war toll, aber ich war auch ganz froh, als ich wieder zu Hause war“, meint ein Junge. Andere Schüler wären gerne noch länger geblieben. Einig sind sich alle in einem Punkt. „Wir wollen unbedingt noch mal nach China!“ Der Förderverein des Gymnasiums unterstützte die Reise nach China, der Eigenanteil der Schülerfamilien lag pro Kopf bei 970 Euro plus Taschengeld.

Im Sommer 2017 wird eine Schülergruppe aus Suzhou zum Gegenbesuch in Lindlar erwartet.

Previous
Next